Fußball –
eine der verletzungsträchtigsten Sportarten

Dr. Milan Toljan, Sportmedizinisches Institut Linz / Wien

Fußball zählt zu den verletzungsträchtigsten Sportarten und ist für zirka 40 Prozent aller Sportverletzungen verantwortlich.

Sportverletzungen Fußball -
Ein Spieler pro Fußballmannschaft

Fußball Verletzungen erklären sich einerseits dadurch, dass es sich um eine Zweikampfsportart mit Kontakt zum Gegenspieler handelt, andererseits auch durch die Fixierung des Fußes am Untergrund mit den Stollenschuhen. Die Häufung von Kreuzbandverletzungen in der deutschen Bundesliga wurde von verschiedenen Experten auch mit dem aggressiven Stollendesign der neuesten Fußballschuhgeneration in Zusammenhang gebracht.

In Europa schätzt man, dass sich pro Fußballmannschaft ein Spieler pro Jahr eine operationspflichtige Knieverletzung zuzieht. In Österreich ereignen sich pro Jahr ca. 10.000 Kreuzbandverletzungen, die meisten beim Fußball spielen und Ski fahren. Wegen der notwendigen langen Behandlungsdauer hat das durchaus auch einen sozioökonomischen Effekt.

Kreuzband mit unersetzlicher Stützfunktion

Selbst Spitzensportler mit mehr Muskulatur als normalerweise üblich, müssen erkennen, dass schnelle Stop-and-Go-Bewegungen oder schnelle Richtungswechsel ohne ein funktionierendes Kreuzband nicht möglich sind. Es ist deshalb international üblich, dass professionelle Fußballer bei einer Kreuzbandverletzung auf jeden Fall operiert werden müssen. Ganz gleich, welche Methode angewendet wird, braucht das operierte Kreuzband mindestens 6 Monate, bis es wieder stabil eingeheilt ist. Dies unterscheidet Fußballer nicht von Normalpersonen.

Deutsche Sportchirurgen sind in die Kritik der Medien geraten, weil sie operierte Sportler bereits nach vier Monaten wieder spielen ließen und es in mehreren Fällen (Nowotny, Jeremies, Salihamidzic) zu erneuten Abrissen gekommen ist.

In den letzten Monaten ist immer wieder von Kunststoffbändern ("LARS BAND") die Rede. Diese müssen im Gegensatz zu natürlichen Strukturen nicht einheilen sondern sind von Anfang an belastbar. Allerdings sind beim bisherigen Einsatz bereits schwerwiegende Nebenwirkungen aufgetreten. Die Haltbarkeit dieser Kunststoffbänder liegt zusätzlich nur bei ungefähr zwei Jahren, deshalb sollte von der Implantation derartiger Kunststoffbänder entschieden abgeraten werden.

 

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