Behandlung & Therapie des Kreuzbandrisses in Linz oder Wien der Verletzung des hinteren Kreuzbandes
Dr. Milan Toljan, Sportmedizinisches Institut Linz / Wien

Das Behandlungsergebnis bei chronischen Verletzungen wird durch einen vor bestehenden Knorpelschaden beeinflusst, der signifikant mit der Zeitdauer zwischen Unfall und Rekonstruktion korreliert. (Benedetto 2006)

Für die Therapie akuter Verletzungen des hinteren Kreuzbandes (HKB) ist es entscheidend, isolierte Verletzungen von Kombinationsverletzungen zu unterscheiden. Auch wenn in der Literatur der letzten Jahre ein großes Interesse für isolierte und kombinierte HKB-Verletzungen zu erkennen ist, besteht weiterhin das Problem einer oft unzureichenden Beurteilung und verspäteten Diagnostik der Verletzungsschwere sowie der begleitenden Verletzungen des hinteren Kreuzbandes.

Die Folge ist oft eine chronische Funktionseinschränkung bis hin zur Invalidität der häufig noch jungen Patienten. (Weiler 2006)

Der Behandlungsplan in meiner Praxis orientiert sich an den derzeit gültigen internationalen Richtlinien. Zu beurteilen sind das Ausmass der Instabilität und die Beschwerden durch die Verletzung.

Geringgradige Instabilität (hintere Schublade < 10 mm)

Geringe Instabilitäten sind generell gut konservativ behandelbar. Angestrebt wird eine Kräftigung des M. quadriceps, aber auch eine Aufdehnung der Ischiokruralmuskulatur. Dennoch können auch Patienten, die eine posteriore Tibiaverschiebung von –10 mm und weniger aufweisen, über ein Instabilitätsgefühl und/oder über Schmerzen klagen.

Steht eher die Instabilität im Vordergrund, wird dem Patienten die PCL Rekonstruktion angeboten. Wird hauptsächlich über Schmerzen geklagt, sollte weiter konservativ behandelt werden.

Mittelgradige Instabilität (hintere Schublade > 10 bis –20 mm)

Bei mittelgradigen Instabilitäten und gleichzeitig vorliegenden Beschwerden empfehlen wir die Rekonstruktionsoperation des hinteren Kreuzbandes. Klagt der Patient aber trotz einer mittelgradigen hinteren Schublade über keinerlei Beschwerden, besteht in der Literatur kein Konsens bzgl. der Operationsindikation.

Während im angloamerikanischen Sprachraum meist eine HKB-Rekonstruktion empfohlen wird, sind sich die europäischen PCL-Spezialisten nicht einig. Bei sehr jungen Patienten (jünger als 25 Jahre) sollte eine HKB-Rekonstruktion unter dem Gesichtspunkt, dem weiteren Gelenkverschleiß bei gleichzeitig hoher Aktivität vorzubeugen, erwogen werden. Dennoch muss man ehrlicherweise feststellen, dass bisher keine wissenschaftlichen Studien bekannt sind, die diese Empfehlung untermauern können.

Ist der Patient älter als 50 Jahre, ist individuell abzuwägen, ob ein operatives oder weiter konservatives Vorgehen angestrebt wird. Bei den eigenen Patienten konnte bei einigen mit über 65 Jahren und symptomatischer Instabilität durch die Operation eine deutliche Verbesserung der täglichen Aktivität erzielt werden.

Ausgeprägte Instabilität (hintere Schublade > 20 mm)

Gerade bei ausgeprägten Instabilitäten ist eine sorgfältige Operationsplanung und grosse Erfahrung des Operateurs notwendig! Meist reicht es nicht aus, nur das hintere Kreuzband zu rekonstruieren, sondern es wird auch die hintere Kapsel verstärkt. Bei einer hochgradige Instabilität sind oft beide Kreuzbänder gerissen und müssen wiederhergestellt werden!

 

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