Schmerzen in der Achillessehne (Achillodynie) & die Behandlung/Operation in Linz oder Wien
Dr. Milan Toljan, Sportmedizinisches Institut Linz / Wien

Eine Reizung an der Achillessehne ist die häufigste Fehlbelastungsfolge bei Läufern. Das Laufen gehört in Österreich zu den beliebtesten Sportarten. Seit den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts hat die weltweite Verbreitung des freizeit- und leistungsorientierten Laufsports (Jogging) stark zugenommen.

Fehlbelastungen – die häufigsten Beschwerden

Da beim Laufen die eigene Körpermasse ohne ein externes Sportgerät beschleunigt werden muss, gehört das Laufen zu den anstrengendsten Sportarten und verursacht einen hohen Energieverbrauch. Neben dem Herz- und Kreislaufsystem werden durch das Laufen insbesondere die Muskulatur, die Knochen, Sehnen, Bänder und der Knorpel der unteren Extremitäten belastet.

Akute Verletzungen im Laufsport sind selten. Wenn, dann kommt es meist zu Muskelfaser- oder Muskelrissen sowie zu Bandverletzungen am Sprunggelenk. Häufiger kommt es dagegen zu Fehlbelastungsfolgen, die zumeist reversibel sind – bei Nichtbeachtung jedoch auch zu Überlastungsschäden führen können. Die Ursachen der Fehlbelastungsfolgen sind vielschichtig.

Ein wesentlicher Faktor resultiert aus der unterschiedlichen Anpassungsfähigkeit der Gewebearten. Während das Herz- und Kreislaufsystem und die Muskulatur gut durchblutet sind und sich steigenden Laufbelastungen schnell anpassen, vollzieht sich der Anpassungsprozess bei den schlechter durchbluteten Geweben (Sehnen, Bänder) langsamer. Mit ansteigender Laufbelastung nehmen die Fehlbelastungsfolgen zu. Die kritische Belastungsgrenze ist für den normalen Läufer bei etwa 80 Laufkilometer pro Woche erreicht.

Achillessehne – der wunde Punkt beim Laufen

In epidemiologischen Studien stellten die Knieschmerzen mit etwa 40 Prozent bis Mitte der neunziger Jahre die häufigsten Beschwerden beim Laufen dar. In jüngeren Veröffentlichungen dominieren dagegen die Achillessehnenbeschwerden. Weitere Folgen von Fehlbelastungen sind: Stressfakturen, Ansatzreizungen (z. B. im Bereich des Beckens) und Rückenschmerzen.

Achillessehnenbeschwerden sind die häufigsten Schmerzen von Läufern. Die Achillessehne ist von einem zarten Gleitgewebe umhüllt und insbesondere 4 bis 6 Zentimeter oberhalb des Achillessehnenansatzes schlecht durchblutet. Die Achillessehne reagiert auf Auskühlungen und ruckartige Belastungen empfindlich. Druckschmerzhaftigkeit, gelegentlich auch Schwellung findet sich am Muskelsehnenübergang, am Fersenbeinansatz sowie im Gleitgewebe.

Überbelastungen vermeiden

Eine verkürzte Wadenmuskulatur übt einen Dauerzug auf die Sehne aus und begünstigt die Fehlbeanspruchung der Achillessehne – vergleichbar mit einer Achsenabweichung im Sprunggelenk (Überpronation) und abgelaufenem/instabilem Schuhwerk (ermöglicht Kippbewegungen). Die Achillessehne wird besonders beansprucht bei Läufen auf ungewohnt hartem Untergrund, auf der Tartanbahn, bei forciertem Bergauf- und Bergablaufen, Laufen auf verschiebbarem (Sand) und schiefem Untergrund (gewölbte Straße). Auch zu enge oder zu fest geschnürte Schuhe können einen Druck auf die Achillessehne ausüben. Zunächst sollte die auslösende Ursache der Beschwerden herausgefunden und beseitigt werden.

Was kann man bei anhaltenden Schmerzen tun?

Wenn die Achillessehne spürbar verdickt und bei jedem Schritt schmerzhaft ist, ist es Zeit, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen: Der Trainingsumfang muss deutlich reduziert werden. Bei einer so träge reagierenden Struktur wie der Achillessehne ist es klar, dass es ein Wundermittel, oder eine einmalige Behandlung, die zur Beschwerdefreiheit führen würde, nicht geben kann.

Wir empfehlen deshalb eine Kombinationstherapie:

  1. konsequentes exzentrisches Krafttraining
  2. lokal unterstützende Maßnahmen für das Achillessehnengleitgewebe wie Laser und Meditape
  3. extracorporale Stoßwellentherapie

In therapieresistenten, bzw. besonders ausgeprägten Fällen ist es manchmal auch notwendig, mittels einer minimalinvasiven Operation das Achillessehnengleitgewebe teilweise zu entfernen. (endoskopische Koblation)

 

Sportmed Linz
Europaplatz 6
4020 Linz
+43 (732) 654040
praxis@sportmed-linz.at
Sportmed Wien
Währinger Straße 39 (Palais Aurora)
1090 Wien
+43 (664) 1652791
praxis@sportmed-wien.at