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Die Achillessehne/der Achillessehnenriss
Die Behandlung in Linz oder Wien.
Dr. Milan Toljan, Sportmedizinisches Institut Linz / Wien

Ovaj članak na hrvatskom jeziku.

Epidemiologie: wie häufig ist die Verletzung? bei wem tritt sie auf?…

Die Achillessehnenruptur war jahrhundertelang eine ausgesprochene Rarität: 1935 wurden in der Weltliteratur erst 86 Fälle beschrieben, in dem Zeitraum von 1900-1945 wurden im Massachuesetts General Hopital in Bosten nur 31 Achillessehnenrupturen dokumentiert!

Erst seit dem Ende des zweiten Weltkrieges steigen die Zahlen in den USA und in Mitteleuropa ganz rasant an, während die Verletzung in Entwicklungsländern weiterhin sehr selten beschrieben wird. Erklärt wird dies mit der Zunahme freizeitsportlicher Aktivitäten ganz allgemein, insbesondere aber auch damit, dass Menschen über einen längeren Zeitabschitt ihres Lebens körperlich aktiv bleiben. (Motto:“60 ist das neue 40“)

In Österreich erleiden etwa 3000 Menschen pro Jahr eine Verletzung (Ruptur) der Achillessehne, mit deutlich steigender Tendenz. Sportarten, bei denen es mit besonders hoher Häufigkeit zu Achillessehnenverletzungen kommt, sind: Faustball, Badminton und Squash.

Da es sich dabei allerdings eher um Randsportarten handelt, sehen wir die meisten Achillessehnenrupturen bei: Fußball, Tennis, Volleyball.

Betroffen sind zu 80% Männer, zu 20% Frauen, zu 60% die linke Achillessehne, zu 40% die rechte.

 

Aetiologie (und wie kommt es dazu?…)

In alten Lehrbüchern stand zu lesen: „die Achillessehne ist die stärkste Sehne des menschlichen Körpers, sie reisst nur dann, wenn sie vorher schon abgenützt war.“ Neuere Forschungen haben gezeigt, dass es so einfach nicht sein kann, es sind auch jüngere. offensichtlich gesunde Menschen von der Verletzung betroffen.

Faktum ist allerdings auch, dass es sich um eine typische Verletzung des alternden Sportlers handelt. Die Achillessehnenruptur tritt nicht im Alter der körperlichen Höchstleistungsfähigkeit auf, sondern typischerweise mit einer Häufung etwa im Alter von 45 Jahren. Sie ist damit die erste der grossen Sehnen des alternden Menschen, die ihren Geist aufgibt: Quadricepssehnenrupturen, Bicepssehnenrupturen und Rotatorenmanschettenrupturen reissen durchschnittlich 1,5 Dekaden später, also mit einer absoluten Häufung um das sechzigste Lebensjahr.

Voraussetzung für eine (unfallbedingte) Ruptur der Sehne ist:

  • ein Absprung mit gleichzeitiger Streckung im Kniegelenk und Sprunggelenk -
  • eine Landung nach einem Sprung, bei der die Wadenmuskeln überdehnt werden -
  • jede plötzliche, maximale Anspannung der Unterschenkelmuskeln bei gestrecktem Sprunggelenk und/ oder Kniegelenk (Stolpern nach vorn, Fuß fixiert oder ähnlich..)

Abgesehen von Sehnenrupturen, die bei sportlicher Betätigung auftreten, gibt es auch sogenannte Spontanrupturen, also das Abreissen im Zuge von Belastungen, die keineswegs als aussergewöhnlich wahrgenommen werden, beim normalen Gehen, oder im Zuge eines harmlosen Stolperns.

Risikofaktoren in dieser Hinsicht sind: Cortison, Immunsupression, Ciproxin(Antibioticum) sowie: Zuckerkrankheit, Gicht, Hypercholesterinämie (Fettstoffwechselstörung)

 

Symptomatik (wie fühlt sich das an?….)

Das plötzliche Abreissen dieser starken Sehne wird von den Betroffenen als massiver Schlag empfunden. Typisch ist der Fußballer, der sich umdreht nach dem vermeintlichen Gegenspieler der ihn getreten hat, der Tennisspieler, der erbost zum Nebenplatz blickt, weil er denkt, von einem scharfen Ball in der Ferse getroffen worden zu sein. Klassisch auch der Knecht bei der Treibjagd, dessen erster Gedanke war, er sei vom Jäger angeschossen worden.

Der akute Schmerz wird übrigens in kurzer Zeit sehr erträglich bzw. verschwindet ganz, man kann halt nicht mehr normal gehen.

 

Diagnostik (wie stellt der Arzt die Verletzung fest?….)

Die akute Ruptur der Achillessehne ist eine sogenannte „Blickdiagnose“ : wo üblicherweise die Sehne verläuft, befindet sich eine Delle, und bei Anspannung der Wadenmuskeln bewegt sich der Fuß nicht mit.

In manchen Fällen ist eine Weichteilsonografie (Ultraschalluntersuchung) ergänzend notwendig, insbesondere wenn eine Behandlung ohne Operation geplant ist. MRT Untersuchungen sind nicht sinnvoll.

 

Therapie (was macht man, wenn es passiert ist?…..)

Ziel jeder Behandlung ist es, die Enden der abgerissenen Sehne wieder aneinander zu bringen, entweder durch einen Gips oder eine Orthese in Spitzfußstellung, oder durch eine Operation , oder durch beides.

Angesichts der Tatsache, dass die Verletzung vor 1945 kaum verbreitet war, und dass sie gerade in den letzten 20 Jahren noch einmal deutlich häufiger auftritt als früher, ist leicht nachvollziehbar, dass Behandlungskonzepte im Jahr 2019 nicht mehr vergleichbar sind mit der Behandlung, die etwa im Jahr 1970 üblich war.

In den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts war die Gipsruhigstellung ein Dogma, an dem man nicht zu rütteln wagte. Üblich war ein Oberschenkelgips! in den ersten beiden Wochen, anschliessend ein Unterschenkelgips für weitere 6 Wochen. In den 80er und 90er Jahren verzichtete man weitgehend auf den Oberschenkelgips und begnügte sich mit 6 Wochen Unterschenkelgips. Erst um die Jahrtausendwende begann sich die Idee der funktionellen Behandlung mit einer abnehmbaren Orthese durchzusetzen.

Mittlerweile ist klar, dass die gipsfreie Behandlung mit Spezialschuhen nicht nur für den Patienten komfortabler ist, sondern auch zu besseren funktionellen Ergebnissen und weniger Muskelschwund führt als die traditionelle Gipsbehandlung! Mein derzeitiger Behandlungsstandard ist die minimal invasive Operation und anschliessende Nachbehandlung mit einer Orthese (Vacoped). Das operierte Bein kann in dieser Orthese ab der 3. Woche nach der Operation normal belastet werden. In etwa einem Drittel der Fälle muß gar keine Operation durchgeführt werden. Die rein funktionelle Behandlung mit der Orthese ist möglich, wenn die Sehnenenden sich in Spitzfußstellung gut verbinden, und wenn der Patient das Behandlungskonzept versteht und auch möchte.

In den ersten 3 Wochen ist wöchentlich eine Ultraschalluntersuchung und klinische Kontrolle erforderlich, damit es keine bösen Überraschungen gibt. ( nach dem Motto: jetzt müssen wir leider doch operieren…)

 

Achillessehne-Nachbehandlung

Woche 0-2:

Nach der Operation: Entlassung aus dem Spital am ersten oder zweiten postoperativen Tag. Der Vacoped Schuh soll Tag und Nacht getragen werden, die Sehne wird durch die Beugung des Fusses entlastet.

Gehen mit Stützkrücken- Bodenkontakt abschwellende Therapien in der Ordination! (Lymphdrainagen, Laser, Magnetfeld..) Nach 14 Tagen Nahtentfernung und klinische Kontrolle Thromboseprophylaxe weiter.

Woche 3-4:

Der Vacoped Schuh wird nachjustiert ( weniger Beugung) er darf zum Duschen abgenommen werden. Es wird mit aktiver Physiotherapie begonnen. Das Bein darf zunehmend belastet werden, die Krücken sollten jetzt weggelassen werden! Thromboseprophylaxe weiter.

Woche 5-6:

Der Vacoped Schuh wird wieder nachjustiert. Beugung im Sprunggelenk ist bereits eingeschränkt möglich (S: 0/10/40) Thromboseprophylaxe nicht mehr notwendig.

Woche 7-8:

Keine Orthese mehr notwendig. Weiter Physiotherapie zur Verbesserung (Wiedererlangung) der koordinativen Fertigkeiten. Balanceübungen, Einbeinstand, wackeliger Untergrund…

nach 3 Monaten:

Jogging, Muskelkräftigung. Die Wadenmuskulatur ist immer noch schwächer als früher! locker Tennis spielen sollte möglich sein. nach 6 Monaten: erst jetzt Beginn mit Zweikampfsportarten (Fußball) und Sportarten mit vielen Sprüngen (Volleyball, Basketball etc.)

 

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